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PZN
02525735
Darreichungsform
Tabletten
Marke
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Gebrauchsinformationen
- Das Arzneimittel ist ein gegen Tuberkulose wirksames Chemotherapeutikum (Arzneimittel).
- Es wird angewendet bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern
- zur Behandlung aller Formen und Stadien der Tuberkulose mit Erregerempfindlichkeit gegen Isoniazid, immer in Kombination mit anderen gegen die Tuberkuloseerreger wirksamen Chemotherapeutika.
- zur Vorbeugung einer Infektion (Chemoprophylaxe) mit Tuberkuloseerregern bei durch Kontakt mit einem Tuberkulosekranken gefährdeten Patienten mit negativem Tuberkulintest (Hauttest zur Diagnostik bei Tuberkuloseerkrankung).
- zur vorbeugenden Behandlung (Chemoprävention) von Patienten mit erstmalig festgestelltem Nachweis eines positiven Tuberkulintests, aber ohne Nachweis einer Erkrankung an Tuberkulose.
- Die üblichen und allgemein anerkannten Richtlinien für den angemessenen Gebrauch von antimikrobiellen Wirkstoffen sind bei der Anwendung des Arzneimittels zu berücksichtigen.
- Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
- Isoniazid-bedingte Nebenwirkungen treten überwiegend alters- und dosisabhängig auf und finden sich häufiger bei Patienten mit verlangsamtem Abbau von Isoniazid (sog. Langsamacetylierern).
- Als häufigste Nebenwirkung einer Isoniazid-Therapie ist eine Veränderung der Leberwerte (Anstieg der Transaminasenaktivität) beschrieben, die in der Regel ohne Symptome verläuft und sich unter fortgeführter Therapie spontan zurückbildet. Es kann aber auch zum Auftreten einer symptomatischen Leberentzündung kommen, die in schweren Fällen tödlich verlaufen kann.
- Weitere häufige Nebenwirkungen einer Isoniazid-Therapie betreffen das Nervensystem und den Magen-Darm-Trakt.
- Wenn eine der folgenden Nebenwirkungen auftritt, wenden Sie sich so schnell wie möglich an Ihren Arzt:
- Entzündung der Bauchspeicheldrüse, die starke Schmerzen im Bauch und Rücken verursacht (Pankreatitis, Häufigkeit nicht bekannt).
- Schwere großflächige Hautschäden (Ablösung der Epidermis und der Schleimhautoberflächen (toxische epidermale Nekrolyse, TEN, kann bis zu 1 von 1000 Behandelten betreffen)).
- Eine Arzneimittelreaktion, die Ausschlag, Fieber, Entzündungen innerer Organe, hämatologische Anomalien und systemische Erkrankung verursacht (DRESS-Syndrom, kann bis zu 1 von 1000 Behandelten treffen).
- Folgende auf Leberprobleme zurückzuführende Symptome: Gelbfärbung der Haut oder des Weißen der Augen, dunkel gefärbter Urin und blass gefärbter Stuhlgang, Müdigkeit, Schwäche, Unwohlsein, Appetitmangel, Übelkeit oder Erbrechen (Hepatitis, kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen).
- Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:
- Sehr häufig: kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
- Häufig: kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- Gelegentlich: kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- Selten: kann bis zu 1 von 1000 Behandelten betreffen
- Sehr selten: kann bis zu 1 von 10000 Behandelten betreffen
- Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar
- Mögliche Nebenwirkungen:
- Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
- Nicht bekannt: Vermehrung bestimmter weißer Blutkörperchen (Eosinophilie), Funktionsstörung des Knochenmarks (Knochenmarksdepression) mit z. B. Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen (Granulozytopenie, Agranulozytose), Blutplättchenmangel (Thrombozytopenie), verschiedene Formen der Blutarmut (sideroachrestische, hämolytische und megaloblastäre Anämie, Pyridoxinmangel- Anämie), Auftreten einer Gerinnungsstörung mit erhöhter Blutungsneigung (hämorrhagische Diathese) durch Entzündungen der Blutgefäße (Vasculitiden), immunologisch bedingter Blutplättchenmangel (Immunthrombopenien) und andere Gerinnungsstörungen, Verminderung aller Blutzellen (Panmyelopathie, aplastische Anämie)
- Erkrankungen des Immunsystems
- Nicht bekannt: Hautausschläge (Exantheme), pellagraähnliche Hautsymptome, schuppige Hauterkrankung (exfoliative Dermatitis), schwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson- Syndrom), vermehrte Lichtsensitivität, Fieber, Asthma, Muskel- und Gelenkschmerzen, Quincke-Ödem, anaphylaktische Reaktionen, anaphylaktischer Schock, Schmetterlingsflechte (Lupus erythematodes)
- Endokrine Erkrankungen
- Sehr selten: Absinken des Blutzuckers unter Normalwerte (Hypoglykämie)
- Nicht bekannt: Meist reversible Überfunktion von Nebennierenrinde (Cushing-Syndrom) und Hirnanhangsdrüse (Hypophysenvorderlappen)b
- Psychiatrische Erkrankungen
- Nicht bekannt: Psychische Störungen (Reizbarkeit, Ängstlichkeit), Konzentrationsschwäche, Depression, Psychosen (maniform, kataton oder paranoid)
- Erkrankungen des Nervensystems
- Häufig: Erkrankungen der Nervenendigungen (periphere Polyneuropathie mit Missempfindungen), Sensibilitätsstörungen, Kopfschmerzen, Schwindel
- Nicht bekannt: Krampfanfälle, Schläfrigkeit, Lethargie
- Augenerkrankungen
- Nicht bekannt: Entzündungen des Sehnervs (Optikusneuritis), Doppeltsehen (Diplopie), Schielen (Strabismus)
- Herzerkrankungen
- Nicht bekannt: Herzrhythmusstörungen, Blutdruckschwankungen mit Schwindel
- Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
- akutes Lungenversagen (Acute respiratory distress syndrome, ARDS)
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- Häufig: Gastrointestinale Störungen (Durchfall, Verstopfung, Aufstoßen, Völlegefühl, Erbrechen)
- Nicht bekannt: Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis)
- Leber- und Gallenerkrankungen
- Sehr häufig: Erhöhung von Leberenzymen (Anstieg der Transaminasenaktivität)
- Gelegentlich: Leberentzündung (Hepatitis)
- Nicht bekannt: Akute Leberentzündung (Hepatitis; in schweren Fällen tödlicher Verlauf möglich)
- Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
- Häufig: Muskelzittern
- Nicht bekannt: Rheumatische Beschwerden (Gelenke und Muskulatur), Auflösung der quergestreiften Muskulatur (Rhabdomyolyse)
- Erkrankungen der Nieren und Harnwege
- Nicht bekannt: Nierenentzündung (Glomerulonephritis)c
- Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
- Selten: Schwere großflächige Hautschäden (Toxische epidermale Nekrolyse), Arzneimittelreaktion mit Ausschlag, Fieber, Entzündungen innerer Organe, Blutbildveränderungen und systemischen Symptomen (DRESS-Syndrom)
- Gefäßerkrankungen
- Nicht bekannt: Entzündung der Blutgefäße (Vaskulitis)
- a u. a. akneiform besonders bei jüngeren Patienten
- b mit Menstruationsstörungen bei der Frau bzw. Hormonstörungen (gonadotrope Störungen) / Vergrößerung der Brustdrüsen (Gynäkomastie) beim Mann
- c meist reversibel
- Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
- Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht angegeben sind.
- Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein.
- Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.
- Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis:
- Für die Tuberkulosetherapie gelten für Isoniazid die folgenden auf das Körpergewicht (KG) bezogenen Dosierungen für eine 1-mal tägliche Anwendung:
- Erwachsene und Jugendliche (Körpergewicht > 30 kg): 5 (4 - 6) mg/kg KG, max. Tagesdosis 300 mg
- Kinder > 3 Monate - 12 Jahre (Körpergewicht = 30 kg): 10 (10 - 15) mg/kg KG, max. Tagesdosis 300 mg
- Für Kinder unter 6 Jahren wird die Einnahme der ermittelten Dosis in von der Apotheke aus diesem Präparat mit 50 mg Tabletten,100 mg Tabletten und/oder 200 mg Tabletten fachgerecht abgeteilter Menge und Form (zerkleinert und in einer geeigneten Einzeldosis abgefüllt) in Flüssigkeit, breiiger oder halbfester Nahrung empfohlen. Dabei sind auf die Wechselwirkungen von Isoniazid mit Getränken bzw. Nahrungsmitteln zu achten.
- Zur Orientierung gelten folgende Dosierungsempfehlungen:
- > 3,5 bis = 5 kg: Empfohlene Dosis (1-mal täglich) 50 mg
- > 5 bis = 7,5 kg: Empfohlene Dosis (1-mal täglich) 75 mg
- > 7,5 bis = 10 kg: Empfohlene Dosis (1-mal täglich) 100 mg
- > 10 bis = 15 kg: Empfohlene Dosis (1-mal täglich) 150 mg
- > 15 bis = 20 kg: Empfohlene Dosis (1-mal täglich) 200 mg
- > 20 bis = 25 kg: Empfohlene Dosis (1-mal täglich) 250 mg
- > 25 bis = 30 kg: Empfohlene Dosis (1-mal täglich) 300 mg
- Kinder < 3 Monaten
- Aufgrund unzureichender Daten für den Wirkstoff Isoniazid kann für Kleinkinder unter 3 Monaten keine Dosierungsempfehlung gegeben werden. In der klinischen Praxis werden Dosierungen von 10 - 15 mg/kg KG/Tag häufig verwendet.
- Jede Tuberkulose im Kindesalter sollte in enger Abstimmung mit erfahrenen Fachzentren versorgt werden.
- Nicht tägliche Einnahme (intermittierende Behandlung) bei Tuberkulose:
- Es wird empfohlen, die Medikamente zur Therapie der Tuberkulose täglich über den gesamten Therapiezeitraum einzunehmen, da dieses Vorgehen eine maximale Therapiesicherheit garantiert. Die intermittierende Behandlung der Tuberkulose wird in Deutschland nicht empfohlen. Eine Behandlung der Tuberkulose, in welcher die verordneten Arzneimittel nicht täglich, sondern in größeren Abständen eingenommen werden, soll nur in begründeten Ausnahmefällen eingesetzt werden. Die Behandlung sollte überwacht erfolgen.
- Erwachsene:
- 10 (8 - 12) mg/kg Körpergewicht 3x wöchentlich
- Insgesamt sollte die Tagesmaximaldosis von 900 mg nicht überschritten werden.
- Vorbeugende Medikamentengabe (Chemoprophylaxe) und Behandlung von latent-infizierten Risikopatienten (Chemoprävention):
- Die Chemoprophylaxe sollte (nach Ausschluss einer Tuberkuloseerkrankung) bei allen Kindern bis zum fünften Lebensjahr zeitnah nach Kontakt mit einem infektiösen, an Tuberkulose erkrankten Patienten begonnen werden. Bei älteren Kindern und Erwachsenen ist eine vorbeugende Chemotherapie altersunabhängig insbesondere dann zu erwägen, wenn sie eine angeborene, erworbene oder medikamentös induzierte Immunschwäche haben.
- Eine Indikation zur Chemoprävention ist bei Risikopatienten mit einem positiven Blut- oder Haut- Testergebnis, bei denen eine behandlungsbedürftige Tuberkulose mittels Röntgenaufnahme weitgehend ausgeschlossen wurde, gegeben.
- Erwachsene und Jugendliche > 30 kg: 5 (4 - 6) mg/kg KG, max. 300 mg Isoniazid täglich
- Kinder = 30 kg: 10 (10 - 15) mg/kg KG, max. 300 mg Isoniazid täglich
- Für Kinder unter 6 Jahren gelten dieselben Dosierungsempfehlungen, wie für die Therapie beschrieben (siehe oben). Ebenso gelten die Hinweise auf die Wechselwirkungen von Isoniazid mit Getränken bzw. Nahrungsmitteln.
- Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion:
- Wenn Sie unter leichter bis schwer eingeschränkter Nierenfunktion (Glomeruläre Filtrationsrate (GFR) > 15 ml/min) leiden, können Sie Idas Arzneimittel unter der Voraussetzung, dass Ihre Leberfunktion normal ist, ohne Dosisanpassung einnehmen.
- Selbst bei einer GFR von < 15 ml/min wird die empfohlene Normaldosis von 300 mg/Tag, die gleichzeitig auch der Tageshöchstdosis entspricht, in der Regel gut toleriert. Bei niereninsuffizienten Langsamacetylierern (Abbau von Isoniazid ist in diesen Patienten verlangsamt) kann es zu einer verlängerten Plasmahalbwertszeit von Isoniazid kommen, da sowohl die Ausscheidung über die Nieren, als auch der Abbau in der Leber verzögert sind. Eine Überwachung der Isoniazid-Blutspiegel durch Ihren behandelnden Arzt ist daher zu empfehlen. Dialysepatienten sollten das Präparat erst nach Ende der Dialyse einnehmen.
- Dosierung bei eingeschränkter Leberfunktion:
- Bei Vorerkrankungen der Leber, wie einer überstandenen akuten Hepatitis (Leberentzündung), positiver Antigen-Antikörper-Nachweis für Hepatitis B und C oder Alkoholmissbrauch, kann das Präparat in normaler Dosierung angewendet werden. Allerdings besteht ein erhöhtes Risiko von Leberschäden, daher sind wöchentliche bis mehrfach wöchentliche Kontrollen der entsprechenden Laborparameter in den ersten Monaten nötig. Ihr behandelnder Arzt wird entscheiden, ob eine einschleichende Dosierung mit Isoniazid nötig ist. Bei schweren Leberfunktionsstörungen dürfen Sie das Präparat nicht einnehmen.
- Dosierung nach Therapieunterbrechung:
- Bei Wiederaufnahme der Behandlung nach einer längeren Unterbrechung muss Isoniazid einschleichend dosiert werden, beginnend mit 50 mg/d Isoniazid, welches auf 200 - 300 mg/d (Erwachsene) über 3 - 7 Tage gesteigert wird.
- Für die Tuberkulosetherapie gelten für Isoniazid die folgenden auf das Körpergewicht (KG) bezogenen Dosierungen für eine 1-mal tägliche Anwendung:
- Dauer der Anwendung
- Im Rahmen der allgemeinen Standardtherapie der Tuberkulose wird Isoniazid in der ersten 8- wöchigen Therapiephase mit weiteren Tuberkulosemitteln (Rifampicin, Pyrazinamid und Ethambutol) kombiniert, in der sich anschließenden 4-monatigen Kontinuitätsphase werden Isoniazid und Rifampicin ohne zusätzliche Kombinationspartner verabreicht.
- Die Dauer der Anwendung richtet sich grundsätzlich nach dem jeweils verwendeten Therapieschema, das gemäß dem Ergebnis der Resistenztestung von Ihrem Arzt entsprechend ausgewählt wurde.
- Nur zur Chemoprophylaxe (vorbeugende Behandlung) und zur Chemoprävention (Behandlung von latent infizierten Risikopatienten) wird Isoniazid als Monosubstanz eingesetzt.
- Die Chemoprophylaxe (vorbeugende Behandlung) erfolgt über 8 - 12 Wochen. Danach sollte erneut ein Haut- oder Bluttest durchgeführt werden. Bleiben die Tests negativ und Sie beschwerdefrei, sollte die Isoniazid-Therapie beendet werden. Bei positiven Testergebnissen muss die Therapie als Chemoprävention (Behandlung von latent infizierten Risikopatienten) über die Gesamtdauer von 9 Monaten fortgeführt werden.
- Wenn Sie eine größere Menge eingenommen haben, als Sie sollten
- Verständigen Sie sofort einen Arzt, der gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen ergreifen kann.
- Folgende Symptome sind nach akuter Überdosierung beschrieben worden:
- Bei leichter Vergiftung:
- Sprachstörungen, Bewegungsstörungen (Ataxie) und polyneuritische Reaktionen (Kribbeln, Muskelzittern, Schwindel usw.).
- Bei schwerer Vergiftung:
- Krampfanfälle (lokalisierte oder generalisierte epileptiforme Krämpfe), Bewusstlosigkeit, metabolische Azidose (Absenkung des pH-Wertes im Blut aufgrund einer Stoffwechselstörung), Atemstillstand.
- Bei leichter Vergiftung:
- Wenn Sie die Einnahme vergessen haben
- Wenn Sie zu wenig des Präparates eingenommen haben, verständigen Sie ebenfalls in jedem Fall den behandelnden Arzt.
- Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.
- Bei Wiederaufnahme der Behandlung nach einer längeren Unterbrechung muss Isoniazid einschleichend dosiert werden.
- Wenn Sie die Einnahme abbrechen
- Bei der Behandlung der Tuberkulose ist es von äußerst wichtiger Bedeutung, die Dosierungs- und Anwendungsvorschriften genau und zuverlässig einzuhalten, um die Heilungsaussichten nicht zu gefährden und Rückfälle zu vermeiden. Diese sind immer verbunden mit einer Einschränkung der Behandlungsmöglichkeiten infolge eines zunehmenden Wirkungsverlustes der eingesetzten Medikamente bei Abnahme der Empfindlichkeit der Tuberkuloseerreger (Resistenzentwicklung) und der Notwendigkeit des Wechsels auf weniger gut verträgliche und weniger wirksame Medikamente und die Lebensweise stärker einschränkende Maßnahmen.
- Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
- Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
- Schwangerschaft
- Isoniazid passiert den Mutterkuchen (Plazenta). Daten über eine begrenzte Anzahl von Schwangeren lassen nicht auf schädigende Wirkungen von Isoniazid in therapeutischer Dosierung auf die Schwangerschaft oder die Gesundheit des Neugeborenen schließen. Über zwei Fälle von Fehlbildungen nach hohen Dosen Isoniazid ist berichtet worden. Obwohl die allgemeine Fehlbildungsrate nicht erhöht ist, deuten die bekannt gewordenen Anomalien auf Schädigungen des zentralen Nervensystems (ZNS) hin. Schädigungen am Nervensystem sind für Isoniazid beschrieben, sodass ein Zusammenhang nicht ausgeschlossen werden kann. Bisher sind keine anderen einschlägigen epidemiologischen Daten für Isoniazid verfügbar.
- Wegen der in einzelnen Fällen aufgetretenen Schädigungen des Gehirns (Enzephalopathien) sollte Ihr Arzt Ihnen Isoniazid-haltige Arzneimittel in der Schwangerschaft nur zusammen mit Vitamin B6 (Pyridoxin) verschreiben.
- Stillzeit
- Isoniazid geht in die Muttermilch über. Die Konzentrationen in der Muttermilch entsprechen den Blutspiegeln der Mutter. Die durch die Milch aufgenommene Isoniazid-Menge beim Säugling entspricht etwa 1,2 % der mütterlichen Dosis. Bisher wurden keine unerwünschten Wirkungen bei Säuglingen beobachtet. Ihr Arzt wird Ihnen während der Stillzeit zusätzlich Vitamin B6 (Pyridoxin) verordnen.
- Die Anwendung von Isoniazid in Schwangerschaft und Stillzeit sollte nach sorgfältiger Abwägung des Nutzen-Risiko Verhältnisses erfolgen.
- Um eine optimale Aufnahme zu gewährleisten, soll das Präparat auf nüchternen Magen, d. h. am besten mindestens 1/2 Stunde vor dem Frühstück eingenommen werden. Bei starker Magenunverträglichkeit (mit Erbrechen und Übelkeit) kann das Präparat mit einer leichten Mahlzeit eingenommen werden. Das Arzneimittel soll in beiden Fällen mit reichlich Flüssigkeit eingenommen werden.
- Einnahme zusammen mit anderen Arzneimitteln
- Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.
- Die Kombination von Isoniazid mit bestimmten Medikamenten kann zur gegenseitigen Verstärkung oder Abschwächung der Wirksamkeit führen.
- Isoniazid führt zu einer Hemmung des arzneimittelabbauenden Systems in der Leber. Dies führt in den meisten Fällen dazu, dass diese Substanzen langsamer durch die Leber abgebaut werden, wodurch deren Wirksamkeit verstärkt werden kann. Isoniazid selbst kann bei gleichzeitiger Gabe bestimmter anderer Wirkstoffe in seiner Verstoffwechselung beeinflusst werden, so dass es zu Auswirkungen auf die Wirksamkeit und Sicherheit des Präparates kommen kann.
- Halten Sie in jedem Fall Rücksprache mit dem behandelnden Arzt, wenn Sie Arzneimittel aus einer der nachfolgend aufgeführten Arzneistoffgruppen bzw. Arzneimittel, die einen der nachfolgend aufgeführten Arzneistoffe enthalten, einnehmen/anwenden oder wenn Sie dies beabsichtigen. Durch die gleichzeitige Einnahme/Anwendung kann es zu Wechselwirkungen mit diesem Präparat kommen, die schlimmstenfalls lebensbedrohlich sein können.
- Aufgrund der Vielzahl der Wechselwirkungen von Isoniazid mit anderen Arzneimitteln werden im Folgenden die bekannten und klinisch relevanten Wechselwirkungspartner tabellarisch dargestellt.
- In Spalte 1 werden Wirkstoffgruppen und/oder dazugehörige Wirkstoffe/Arzneimittel aufgeführt. Die Markierung mit einem * kennzeichnet den durch Isoniazid beeinflussten Wirkstoff. Wird Isoniazid durch einen Wirkstoff beeinflusst, ist es durch einen Bindestrich getrennt in der ersten Spalte der Tabelle zusammen mit dem beeinflussenden Wirkstoff aufgeführt und mit einem * gekennzeichnet. Sollte in einer Aufzählung kein Wirkstoff mit einem * gekennzeichnet sein, handelt es sich hierbei um keine direkte Wechselwirkung, bei dem ein Wirkstoff beeinflusst wird, sondern hier wird zum Ausdruck gebracht, dass eine allgemeine Reaktion (z. B. das Risiko von Leberschäden) oder ein körpereigener Stoff durch diese Wechselwirkung beeinflusst werden.
- Nachgelagert werden die gegenseitigen Auswirkungen der Wirkstoffgruppen/ Wirkstoffe auf einander beschrieben.
- Zuletzt wird die klinische Konsequenz angegeben.
- Alpha-1-Antagonisten (Arzneimittel zur Behandlung des Bluthochdrucks)
- Alfuzosin*
- Wechselwirkung: Blutspiegel von Alfuzosin steigt
- Klinische Konsequenz: Überwachung der Hämodynamik (Blutfluss in den Blutgefäßen) bei Therapiebeginn
- Alfuzosin*
- Alkoholdehydrogenasehemmer
- Disulfiram
- Wechselwirkung: Erhöhte Aktivität von Dopamin durch Hemmung der Verstoffwechselung von Dopamin durch Isoniazid und Disulfiram
- Klinische Konsequenz: Überwachung notwendig, neurologische Veränderungen (wie Benommenheit, Bewegungsstörungen (Ataxie), Stimmungsschwankungen oder Verhaltensänderungen) können auftreten, Therapie sollte dann abgebrochen oder Dosis von Disulfiram reduziert werden
- Disulfiram
- Analgetika (Schmerzmittel)
- Acetylsalicylsäure - Isoniazid*
- Wechselwirkung: Wirkung von Isoniazid kann verringert sein
- Klinische Konsequenz: Gleichzeitige Einnahme wird nicht empfohlen
- Opioide* (wie z. B. Morphin, Fentanyl, Buprenorphin, Methadon, Codein)
- Wechselwirkung: Verstoffwechselung der Opioide wird durch Isoniazid verlangsamt
- Klinische Konsequenz: Enge Überwachung, ggf. Dosisanpassung der Opioide
- Paracetamol*
- Wechselwirkung: Isoniazid erhöht das Risiko von Leberschäden
- Klinische Konsequenz: Gleichzeitige Einnahme wird nicht empfohlen, enge Überwachung
- Acetylsalicylsäure - Isoniazid*
- Anästhetika (Narkosemittel)
- Isofluran* / Enfluran*
- Wechselwirkung: Das Isoniazid-Abbauprodukt Hydrazin führt zu einer verstärkten Freisetzung von Fluor aus Isofluran und Enfluran, so dass nierenschädigende Konzentrationen an Fluor auftreten können (besonders bei Patienten, die Isoniazid schnell abbauen (Schnellacetylierer))
- Klinische Konsequenz: Nephrotoxizität (schädigende Wirkung auf die Nieren) steigend, Überwachung der Nierenfunktion, insbesondere bei Schnellacetylierern nach operativem Eingriff
- Isofluran* / Enfluran*
- Antiasthmatika (Arzneimittel zur Vorbeugung und Behandlung von Bronchialasthma)
- Theophyllin*
- Wechselwirkung: Verstoffwechselung von Theophyllin wird durch Isoniazid verlangsamt
- Klinische Konsequenz: Blutspiegelkontrolle von Theophyllin, insbesondere nach Absetzen von Isozid, ggf. Dosisanpassung von Theophyllin
- Theophyllin*
- Antibiotika (Arzneimittel zur Behandlung von Infektionskrankheiten)
- Cycloserin/Terizidon
- Wechselwirkung: Erhöhtes Risiko von Nebenwirkungen auf das zentrale Nervensystem durch Cycloserin/Terizidon
- Klinische Konsequenz: Es sollte verstärkt auf Nebenwirkungen auf das zentrale Nervensystem geachtet werden, ggf. Dosisanpassung
- Pyrazinamid
- Wechselwirkungen: Pyrazinamid
- Klinische Konsequenz: Überwachung der Leberfunktion
- Rifampicin
- Wechselwirkung: Erhöhtes Risiko von Leberschäden
- Klinische Konsequenz: Überwachung der Leberfunktion
- Ethionamid/Protionamid
- Wechselwirkung: Erhöhtes Risiko von Nebenwirkungen auf das zentrale Nervensystem durch Isoniazid und Ethionamid/Protionamid
- Klinische Konsequenz: Es sollte verstärkt auf Nebenwirkungen auf das zentrale Nervensystem geachtet werden
- Cycloserin/Terizidon
- Anticholinergika
- Atropin*
- Wechselwirkung: Nebenwirkungen von Atropin werden verstärkt
- Klinische Konsequenz: Gleichzeitige Einnahme wird nicht empfohlen
- Darifenacin*
- Wechselwirkungen: Abbau von Darifenacin kann durch Isoniazid verlangsamt sein
- Klinische Konsequenz: Wirkungsverstärkung von Darifenacin möglich, ggf. Dosisanpassung von Darifenacin nötig
- Atropin*
- Antidepressiva (Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen)
- Citalopram*
- Wechselwirkung: Abbau von Citalopram kann durch Isoniazid verlangsamt sein
- Klinische Konsequenz: Nebenwirkungen auf das Herz verstärkend, ggf. Dosisanpassung von Citalopram nötig, Hypokaliämie (Kaliumwerte unter Normal) oder Hypomagnesiämie (Magnesiumwerte unter Normal) sollten vor Behandlungsbeginn eingestellt und regelmäßig kontrolliert werden
- Citalopram*
- Antidiabetika (Arzneimittel gegen Diabetes mellitus)
- Insulin und Derivate*, alpha-Glucosidasehemmer*, Sulfonylharnstoffe*, Biguanide*, Glinide*, Inkretinmimetika*, DPP4-Hemmer*
- Wechselwirkung: Wirkung der Antidiabetika kann beeinträchtigt sein
- Klinische Konsequenz: Überwachung des Blutglukosespiegels, Wirkungsverlust oder Wirkungsverstärkung der Antidiabetika möglich, ggf. Dosisanpassung nötig
- Insulin und Derivate*, alpha-Glucosidasehemmer*, Sulfonylharnstoffe*, Biguanide*, Glinide*, Inkretinmimetika*, DPP4-Hemmer*
- Antiepileptika (Arzneimittel gegen Epilepsie)
- Carbamazepin*
- Wechselwirkung: Verstoffwechselung von Carbamazepin wird durch Isoniazid verlangsamt, die leberschädigende Wirkung von Isoniazid kann durch Carbamazepin erhöht sein
- Klinische Konsequenz: Enge klinische Überwachung notwendig, Carbamazepinspiegelbestimmung und Leberfunktionstests notwendig, ggf. Dosisanpassung von Carbamazepin nötig
- Phenytoin*
- Wechselwirkung: Verstoffwechselung von Phenytoin wird durch Isoniazid verlangsamt
- Klinische Konsequenz: Enge Überwachung, Bestimmung der Hydantoinlevel im Blut, ggf. Dosisanpassung von Phenytoin, Kontrolle der Phenytoinspiegel nach Absetzen des Präparates empfohlen
- Primidon*
- Wechselwirkung: Verstoffwechselung von Primidon wird durch Isoniazid verlangsamt
- Klinische Konsequenz: Enge Überwachung, ggf. Dosisanpassung von Primidon notwendig
- Valproinsäure*
- Wechselwirkung: Die Nebenwirkungen von Isoniazid und Valproinsäure können durch gegenseitige Wechselwirkung erhöht sein
- Klinische Konsequenz: Enge Überwachung notwendig, besonders bei Therapiebeginn und -ende, ggf. Dosisanpassung von Valproinsäure notwendig
- Carbamazepin*
- Antikoagulanzien (Arzneimittel zur Blutverdünnung)
- Warfarin und andere Cumarine*
- Wechselwirkung: Verstoffwechselung wird durch Isoniazid verlangsamt, Blutungsneigung erhöht
- Klinische Konsequenz: Bei Therapie: engmaschige Kontrolle der Blutgerinnung (Quick- bzw. INR-Werte), insbesondere auch nach Absetzen des Präparates, ggf. Dosisanpassung von Warfarin und anderen Cumarinen nötig
- Warfarin und andere Cumarine*
- Antiparkinsonmittel
- Levodopa*
- Wechselwirkung: Bioverfügbarkeit von Levodopa geringer, Risiko einer peripheren Neuropathie (Nervenschädigung) ist durch Levodopa und Isoniazid erhöht
- Klinische Konsequenz: Wirkungsverlust von Levodopa, motorische Unruhe, Tremor, allg. Verschlechterung der Parkinson- Symptomatik möglich, bei Anzeichen einer peripheren Neuropathie Therapieabbruch notwendig
- Levodopa*
- Antiprotozoika (Arzneimittel gegen Parasiteninfektionen)
- Chloroquin
- Wechselwirkung: Risiko einer peripheren Neuropathie (Nervenschädigung) ist durch Isoniazid und Chloroquin erhöht
- Klinische Konsequenz: Enge Überwachung notwendig, bei Anzeichen einer peripheren Neuropathie Therapieabbruch nötig
- Halofantrin*
- Wechselwirkung: Verstoffwechselung von Halofantrin durch Isoniazid sinkt, Blutspiegel von Halofantrin steigt
- Klinische Konsequenz: Nebenwirkungen auf das Herz steigen, EKG vor, während und nach Therapiebeginn notwendig, enge Überwachung nötig
- Chloroquin
- Beta-Blocker (Arzneimittel zur Behandlung des Bluthochdrucks)
- Propranolol - Isoniazid*
- Wechselwirkung: Abbau von Isoniazid im Blut (Plasmaclearance) kann durch Propranolol verringert sein
- Klinische Konsequenz: Leicht erhöhte Isoniazid- Blutspiegel können auftreten, klinische Relevanz wahrscheinlich gering
- Propranolol - Isoniazid*
- Chemokinrezeptor-5-Antagonist (Arzneimittel gegen HIV-Infektionen)
- Maraviroc*
- Wechselwirkung: Isoniazid kann die Blutkonzentration von Maraviroc erhöhen
- Klinische Konsequenz: Ggf. Dosisanpassung von Maraviroc erforderlich
- Maraviroc*
- Glucocorticoide
- Budesonid*
- Wechselwirkung: Blutkonzentration von Budesonid kann durch Isoniazid erhöht sein
- Klinische Konsequenz: Wirkungsverstärkung von Budesonid in der Langzeittherapie möglich
- Prednisolon - Isoniazid*
- Wechselwirkung: Isoniazid-Blutspiegel können durch Prednisolon reduziert sein
- Klinische Konsequenz: Wirkung von Isoniazid kann herabgesetzt sein, ggf. Dosisanpassung erforderlich
- Budesonid*
- 5-HT3-Antagonisten (Arzneimittel gegen Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen)
- Alosetron*
- Wechselwirkung: Blutspiegel von Alosetron steigt
- Klinische Konsequenz: Gleichzeitige Einnahme wird nicht empfohlen
- Alosetron*
- Immunmodulatoren (Arzneimittel zur Beeinflussung des Immunsystems)
- Bacillus Calmette-Guérin-Impfstoff*
- Wechselwirkung: Wirkungsverlust des Impfstoffs (auch bei Anwendung gegen Blasenkarzinom)
- Klinische Konsequenz: Gleichzeitige Anwendung wird nicht empfohlen
- Interferon beta-1a
- Wechselwirkung: Erhöhtes Risiko von Leberschäden durch Isoniazid und Interferon beta-1a
- Klinische Konsequenz: Enge Überwachung, Leberfunktionstests
- Bacillus Calmette-Guérin-Impfstoff*
- Immunsuppressiva (Arzneimittel zur Verminderung der Funktion des Immunsystems)
- Ciclosporin*
- Wechselwirkung: Beeinflussung der Ciclosporin- Blutspiegel durch Isoniazid möglich
- Klinische Konsequenz: Überwachung der Blutspiegel und ggf. Dosisanpassung von Ciclosporin
- Leflunomid/Teriflunomid
- Erhöhtes Risiko von Leberschäden durch Leflunomid/ Teriflunomid und Isoniazid
- Klinische Konsequenz: Erhöhtes Risiko für Leberschäden, Leberenzyme und Bilirubin sollten vor Beginn der Leflunomid-/Teriflunomid-Therapie gemessen werden und dann mind. monatlich für die ersten 6 Monate der Therapie und dann im Abstand von 6 - 8 Wochen, Patienten mit Leberfunktionsstörungen oder erhöhten Transaminasewerten (ALT > 2-fach Normal) sollten Leflunomid/Teriflunomid nicht einnehmen
- Thalidomid
- Wechselwirkung: Risiko einer peripheren Neuropathie (Nervenschädigung) durch Isoniazid und Thalidomid erhöht
- Klinische Konsequenz: Monatliche Überwachung für die ersten 3 Monate, elektrophysiologische Tests vor und nach 6 Monaten Behandlung, evtl. Therapieabbruch bei Anzeichen einer Neuropathie
- Ciclosporin*
- Lipidsenker (Arzneimittel zur Behandlung von Fettstoffwechselstörungen)
- Fluvastatin, Simvastatin, Pravastatin, Atorvastatin
- Wechselwirkung: Risiko einer peripheren Neuropathie (Nervenschädigung) ist durch Isoniazid und Fluvastatin, Simvastatin, Pravastatin und Atorvastatin erhöht
- Klinische Konsequenz: Bei Anzeichen einer peripheren Neuropathie Therapieabbruch
- Fluvastatin, Simvastatin, Pravastatin, Atorvastatin
- MAO-Hemmer (Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen)
- Tranylcypromin*, Moclobemid*
- Wechselwirkung: Verstoffwechselung von Tranylcypromin und Moclobemid wird durch Isoniazid verlangsamt (klin. relevant nur bei Patienten, die Isoniazid langsam abbauen (Langsamacetylierer))
- Klinische Konsequenz: Wirkungsverstärkung von Tranylcypromin und Moclobemid bei Langsamacetylierern möglich, Überwachung
- Tranylcypromin*, Moclobemid*
- Muskelrelaxanzien (Arzneimittel zur Entspannung der Skelettmuskulatur)
- Tizanidin*
- Wechselwirkung: Verstoffwechselung von Tizanidin kann durch Isoniazid verlangsamt sein, Blutspiegel Tizanidin steigt
- Klinische Konsequenz: Gleichzeitige Einnahme wird nicht empfohlen, Nebenwirkungen auf das Herz und das zentrale Nervensystem steigend, Wirkungsverstärkung von Tizanidin
- Chlorzoxazon*
- Wechselwirkung: Abbau sinkt, Blutspiegel steigt und Bioverfügbarkeit (um 125 %) erhöht von Chlorzoxazon
- Klinische Konsequenz: Enge Überwachung, ggf. Dosisanpassung von Chlorzoxazon notwendig
- Tizanidin*
- Neuroleptika (Arzneimittel zur Behandlung von Psychosen)
- Haloperidol*
- Wechselwirkung: Verstoffwechselung von Haloperidol kann durch Isoniazid verlangsamt sein
- Klinische Konsequenz: Engmaschige Kontrollen des neurologischen Status erforderlich, ggf. Dosisanpassung von Haloperidol
- Pimozid*
- Wechselwirkung: Verstoffwechselung von Pimozid wird durch Isoniazid verlangsamt - sinkt, Plasmaspiegel Pimozid steigt
- Klinische Konsequenz: Gleichzeitige Einnahme wird nicht empfohlen, schwere Nebenwirkungen auf das Herz
- Haloperidol*
- Nicht-Nucleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NNRTI) (Arzneimittel gegen Virusinfektionen)
- Efavirenz
- Wechselwirkung: Erhöhtes Risiko von Leberschäden durch Isoniazid und Efavirenz
- Klinische Konsequenz: Leberfunktionstests vor und während der Behandlung erforderlich
- Didanosin, Stavudin
- Wechselwirkung: Risiko einer peripheren Neuropathie (Nervenschädigung) ist durch Isoniazid, Stavudin und Didanosin erhöht
- Klinische Konsequenz: Enge Überwachung, bei Anzeichen einer peripheren Neuropathie Therapieabbruch oder Dosisreduktion von Isoniazid, Didanosin bzw. Stavudin
- Efavirenz
- Opioidantagonisten (Arzneimittel zur Wirkungsaufhebung von Opioiden)
- Naltrexon
- Wechselwirkung: Erhöhtes Risiko von Leberschäden durch Isoniazid und Naltrexon
- Klinische Konsequenz: Gleichzeitige Einnahme sollte vermieden werden, Leberfunktionstests erforderlich
- Naltrexon
- Phosphodiesterasehemmer (Arzneimittel zur Behandlung der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung)
- Roflumilast*
- Wechselwirkung: Isoniazid kann die Bioverfügbarkeit von Roflumilast und Roflumilast N-Oxid erhöhen
- Klinische Konsequenz: Wirkungsverstärkung von Roflumilast möglich
- Roflumilast*
- Selektive Östrogen-Rezeptor Modulatoren (SERM) (Arzneimittel zur Behandlung von Brustkrebs)
- Toremifen*
- Wechselwirkungen: Isoniazid kann die Konzentration von Toremifen im Blut erhöhen
- Klinische Konsequenz: Regelmäßige Messung der Elektrolyte, Blutbild, Leberfunktionstest
- Toremifen*
- Spasmolytika (Arzneimittel zur Entspannung der glatten Muskulatur)
- Tolterodin*
- Wechselwirkung: Blutspiegel von Tolterodin können durch Isoniazid erhöht sein
- Klinische Konsequenz: Ggf. Dosisreduktion von Tolterodin bei gleichzeitiger Anwendung mit Isoniazid (1 mg Tolterodin 2x täglich), enge klinische Überwachung notwendig
- Tolterodin*
- Steroide
- Chenodesoxycholsäure - Isoniazid*
- Wechselwirkung: Verstoffwechselung und Eliminierung von Isoniazid kann erhöht sein
- Klinische Konsequenz: Gleichzeitige Einnahme wird nicht empfohlen
- Chenodesoxycholsäure - Isoniazid*
- Sympathomimetika
- Adrenalin*, Noradrenalin*
- Wechselwirkung: -
- Klinische Konsequenz: Nebenwirkungen steigend
- Adrenalin*, Noradrenalin*
- Thrombozytenaggregationshemmer (Arzneimittel zur Verhinderung von Blutgerinnseln)
- Clopidogrel*
- Wechselwirkung: Isoniazid setzt die Wirkung von Clopidogrel herab
- Klinische Konsequenz: Gleichzeitige Einnahme wird nicht empfohlen, enge Überwachung nötig
- Clopidogrel*
- Tranquillanzien (Psychopharmaka mit beruhigender Wirkung)
- Benzodiazepine* (wie z. B. Diazepam, Midazolam, Triazolam)
- Wechselwirkung: Verstoffwechselung der Benzodiazepine kann durch Isoniazid verlangsamt sein
- Klinische Konsequenz: Enge Überwachung, ggf. Dosisanpassung der Benzodiazepine notwendig
- Benzodiazepine* (wie z. B. Diazepam, Midazolam, Triazolam)
- Vitamine
- Vitamin B6*
- Wechselwirkung: Eliminierung von Vitamin B6 (Pyridoxin) durch Isoniazid erhöht
- Klinische Konsequenz: Vorbeugende Gabe von Vitamin B6 (Pyridoxin) während der Therapie mit diesem Präparat empfohlen
- Vitamin D*
- Wechselwirkung: Konzentration von Vitamin D im Blut durch Isoniazid reduziert
- Klinische Konsequenz: Im Falle einer zusätzlichen Gabe von Vitamin D sind Kontrollen der Blut-Calciumspiegel, der Blut-Phosphatspiegel sowie der Nierenfunktion erforderlich, ggf. Dosisanpassung von Vitamin D erforderlich
- Vitamin B6*
- Zytostatika (Arzneimittel zur Behandlung von Krebs)
- Bendamustin*
- Wechselwirkung: Isoniazid führt zu einer Erhöhung der Bendamustin-Blutspiegel
- Klinische Konsequenz: Wirkung von Bendamustin sollte engmaschig auf Anzeichen von vermehrten Nebenwirkungen auf Blutbestandteile (wie Leukopenie, Infektionen, Thrombozytopenie, Blutungen, Anämie und Neutropenie) überwacht werden, ggf. Dosisanpassung von Bendamustin erforderlich
- Clofarabin
- Wechselwirkung: Erhöhtes Risiko von Leberschäden durch Clofarabin und Isoniazid
- Klinische Konsequenz: Gleichzeitige Einnahme sollte vermieden werden, enge Überwachung der Leberfunktion erforderlich
- Gefitinib*
- Wechselwirkung: Verstoffwechselung von Gefitinib kann durch Isoniazid verlangsamt sein
- Klinische Konsequenz: Enge Überwachung, ggf. Dosisanpassung von Gefitinib erforderlich
- Methotrexat
- Wechselwirkung: Erhöhtes Risiko von Leberschäden durch Isoniazid und Methotrexat
- Klinische Konsequenz: Gleichzeitige Einnahme sollte vermieden werden, Leberfunktionstests erforderlich
- Pazopanib*
- Wechselwirkung: Verstoffwechselung von Pazopanib kann durch Isoniazid verlangsamt sein
- Klinische Konsequenz: Enge Überwachung, Messung der Elektrolyte, EKG, Leberfunktionstests vor und während der Behandlung, ggf. Dosisanpassung von Pazopanib erforderlich
- Thioguanin
- Wechselwirkung: Erhöhtes Risiko von Leberschäden durch Thioguanin und Isoniazid
- Klinische Konsequenz: Leberfunktionstests notwendig
- Bendamustin*
- Einnahme zusammen mit Nahrungsmittel, Getränken und Alkohol
- Nach Nahrungsaufnahme, insbesondere nach Aufnahme von Kohlenhydraten, ist die Aufnahme von Isoniazid, dem Wirkstoff des Präparates beeinträchtigt. Auch können die in einigen Speisen (z. B. Thunfisch, Käse) und Getränken (z. B. Rotwein) enthaltenen sogenannten Monoamine zu Unverträglichkeiten mit Hitzewallungen, Hautrötung, Schleimhautschwellung und Kreislaufbeschwerden führen.
- Deshalb sollten Sie Idas Präparat auf nüchternen Magen einnehmen und die genannten Nahrungsmittel während der Behandlung meiden.
- Während der Anwendung des Präparates sollten Sie keinen Alkohol trinken, da es zu einer verminderten Alkoholtoleranz und gehäuftem Auftreten von Nebenwirkungen auf das zentrale Nervensystem und die Leber kommen kann.
- Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
- Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie das Präparat einnehmen.
- Nierenfunktionstörungen:
- Bei leichter bis schwer eingeschränkter Nierenfunktion (GFR < 90 ml/min) kann das Präparat unter der Voraussetzung, dass die Leberfunktion normal ist, in unveränderter Dosierung und mit unverändertem Dosierungsintervall verabreicht werden (siehe Kategorie „Dosierung").
- Leberfunktionsstörungen:
- Unter der Therapie kann es aufgrund des leberschädigenden Potenzials von Isoniazid zu Leberfunktionsstörungen kommen.
- Generell muss bei der Kombinationstherapie der Tuberkulose die gesteigerte leberschädigende Wirkung der eingesetzten Kombinationspartner beachtet werden. Klinische Konsequenzen, wie mögliche Therapieabbrüche oder Therapieanpassungen müssen im Einzelfall durch den behandelnden Arzt entsprechend eingeschätzt werden (siehe Kategorie „Wechselwirkungen").
- Während der Behandlung sollten Sie keinen Alkohol zu sich nehmen.
- Gehören Sie einer der folgenden Patientengruppen an, dann haben Sie ein erhöhtes Risiko für Leberschädigungen (wie z. B. Hepatitis) und sollten Rücksprache mit dem behandelnden Arzt halten:
- Ältere und unterernährte Patienten
- Patienten, die täglich Alkohol konsumieren
- Patienten mit vorbestehenden bzw. chronischen Leberschäden
- Des Weiteren sollten Sie genauestens überwacht werden, wenn
- Sie gleichzeitig andere leber- bzw. bauchspeicheldrüsenschädigende Medikamente einnehmen (siehe Kategorie „Wechselwirkungen"). Bitte halten Sie bei Einnahme weiterer Medikamente generell Rücksprache mit Ihrem Arzt.
- Sie an Nierenschäden leiden.
- Sie an neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen leiden.
- Sie Diabetiker sind.
- Sie gleichzeitig andere leber- bzw. bauchspeicheldrüsenschädigende Medikamente einnehmen (siehe Kategorie „Wechselwirkungen"). Bitte halten Sie bei Einnahme weiterer Medikamente generell Rücksprache mit Ihrem Arzt.
- Ihr Arzt sollte Sie genau über das Auftreten früher Zeichen von Leberschädigungen oder Bauchspeicheldrüsenschädigungen (Schwächegefühl, Appetitlosigkeit, Übelkeit oder Erbrechen) oder anderer Nebenwirkungen informieren. Zusätzlich sollten Sie sich beim Auftreten jeglicher Anzeichen von Nebenwirkungen unverzüglich an Ihren behandelnden Arzt wenden. Bei Hinweisen auf Leberschädigungen (z. B. Hepatitis) ist das Arzneimittel sofort abzusetzen. Ist eine weitere Behandlung erforderlich, darf diese erst nach dem vollständigen Abklingen der Symptomatik und Normalisierung der Parameter erneut begonnen werden. In diesem Fall muss das Präparat zunächst einschleichend dosiert werden (siehe Kategorie "Dosierung"). Bei Wiederauftreten von Anzeichen einer Leberschädigung muss die Anwendung unverzüglich und endgültig beendet werden.
- Während der Behandlung sollten durch Ihren Arzt regelmäßig Leberenzym- und Bilirubinkontrollen durchgeführt werden, um eine Schädigung der Leber frühzeitig zu erkennen. Ein Anstieg der Leberblutwerte während der Therapie mit diesem Präparat ist möglich. Verbleiben die Transaminasenwerte < 100 U/l, kann es trotz Fortsetzung der Therapie zu einer Normalisierung der Werte kommen. Bei Zunahme der Transaminasen über 100 U/l, einem Anstieg der Bilirubinkonzentration und entsprechender klinischer Symptomatik ist ein sofortiges Absetzen des Präparates geboten, da schwere Leberentzündungen (Hepatitiden) mit beschriebenen Todesfällen unter Isoniazid beobachtet wurden.
- Wechselwirkungen von Isoniazid mit anderen Wirkstoffen und Einfluss von Isoniazid auf körpereigene Stoffe (siehe Kategorie „Wechselwirkungen")
- Vitamin B6-Stoffwechsel
- Isoniazid greift in den körpereigenen Vitamin B6-Stoffwechsel ein, was negative Auswirkungen auf die Funktion des Nervensystems haben kann. Insbesondere dann, wenn bei Ihnen ein Vitamin B6-Mangel vorliegt, zu erwarten ist oder wenn bei Ihnen aus anderen Gründen das Risiko für eine Erkrankung der Nervenendigungen durch Isoniazid erhöht ist, sowie bei Kindern, Schwangeren und Stillenden wird Ihr Arzt Isoniazid mit einem Vitamin B6- haltigen Arzneimittel (Pyridoxin) kombinieren (siehe Kategorie „Nebenwirkungen").
- Vorsicht ist geboten,
- wenn Sie gleichzeitig andere Arzneimittel einnehmen oder anwenden. Denn Isoniazid kann den Stoffwechsel dieser Arzneimittel beeinflussen bzw. der Stoffwechsel von Isoniazid selbst kann beeinflusst werden. Vor allem bei Einnahme/Anwendung von Arzneimitteln, die Wirkstoffe mit enger therapeutischer Breite (enger Nachbarschaft von Wirkung und Nebenwirkungen) enthalten, muss bei Beginn oder nach Absetzen einer Therapie mit diesem Präparat die Dosierung dieser Arzneimittel eventuell angepasst werden.
- Vitamin D
- Bei der Behandlung mit diesem Arzneimittel kann es zu einer Reduktion des Vitamin D- Blutspiegels kommen. Daher wird Ihr Arzt eine mögliche vorsorgliche Vitamin D-Gabe in Betracht ziehen und weitere entsprechende Blutwert-Kontrollen durchführen.
- Paracetamol
- Im Falle einer gleichzeitigen Einnahme des Präparates und Paracetamol kann es zu einer Leberschädigung durch üblicherweise unschädliche Dosen von Paracetamol kommen. Die Einnahme von Paracetamol sollte daher nur unter strenger Nutzen-Risiko- Abschätzung und unter besonderer Vorsicht erfolgen.
- Antiepileptika (Arzneimittel zur Behandlung der Epilepsie)
- Isoniazid kann die Wirkung und damit auch die Nebenwirkungen von krampflösenden (antiepileptischen) Arzneimitteln erhöhen. Aus diesem Grund kann es notwendig sein, bei der gleichzeitigen Gabe des Präparates und Antiepileptika die Dosis der Antiepileptika zu reduzieren.
- Die Blutspiegel der Antiepileptika, v.a. von Phenytoin und Carbamazepin, sollten überwacht werden
- Wirkungen auf das Blut
- Ihr Arzt wird regelmäßige Blutbildkontrollen durchführen, da unter Therapie mit diesem Arzneimittel unerwünschte Arzneimittelwirkungen auf Blut und Blutbestandteile auftreten können (siehe Kategorie „Nebenwirkungen").
- Vitamin B6-Stoffwechsel
- Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
- Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch durch möglicherweise auftretende Nebenwirkungen das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird. Dies gilt im verstärkten Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.
- Das Arzneimittel darf nicht eingenommen werden,
- wenn Sie allergisch gegen Isoniazid oder einen der sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind,
- bei vorausgegangener durch Isoniazid verursachter Leberentzündung (Isoniazid-Hepatitis),
- bei schweren Leberfunktionsstörungen wie Gelbsucht (Verschlussikterus), Leberentzündung (akute Hepatitis), Leberzirrhose (chronische Lebererkrankung mit Leberzellschwund; Child Pugh C),
- bei Erkrankung von Nerven mit Schmerzen und Missempfindungen z.B. in Armen und Beinen (Polyneuropathien),
- bei Störungen der Blutgerinnung und Blutbildung.
Produktinformationen
Dieses Arzneimittel ist verschreibungspflichtig. Um es zu erhalten, benötigen Sie ein ärztliches Rezept. Wie Sie dieses bei uns einlösen können, erfahren Sie auf Rezept einsenden.
1 Tabl.
| Isoniazid | 200 mg |
|---|
1 Tabl.
| Cellulose, mikrokristalline | |
|---|---|
| Copovidon | |
| Hypromellose | |
| Macrogol 6000 | |
| Magnesium stearat (pflanzlich) | |
| Siliciumdioxid, hochdisperses | |
| Talkum | |
| Crospovidon |











