Atropinsulfat Inresa 0,5 Mg/ml Inj.-lösung Amp. 10X1 ml
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PZN
20171270
Darreichungsform
Injektionslösung
Hersteller
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Gebrauchsinformationen
- Atropin gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, welche als Anticholinergika bezeichnet werden.
- Anticholinergika blockieren im zentralen und peripheren Nervensystem den Neurotransmitter Acetylcholin. Atropinsulfat wird bei Erwachsenen und Kindern angewendet:
- als Teil der Prämedikation vor einer Vollnarkose, um Reaktionen, wie Ohnmacht während des Einführens von Schläuchen und der Operation zu verhindern, sowie als Gegenmittel (Antidot) zur Behandlung von Vergiftungen, die durch Arzneimittel ausgelöst werden, die das parasympathische Nervensystem stimulieren (z.B. Cholinesteraseinhibitoren, Organophosphate)
- zur Notfallbehandlung bei stark verlangsamter Herzfrequenz oder bei AV-Block infolge übermäßiger Vagusaktivität (einem Zustand, bei dem sich der Herzschlag verlangsamt), zur schnellen Stabilisierung der Herzfunktion
- zur Vorbeugung von Nebenwirkungen anderer Arzneimittel, welche zur Aufhebung der Wirkung von Muskelrelaxantien nach einer Operation angewendet werden.
- Hinweis
- Das Arzneimittel darf nur unter ständiger Überwachung des EKG sowie der Vitalparameter angewendet werden.
- Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
- Die Nebenwirkungen hängen von der Ihnen verabreichten Dosis ab und verschwinden in der Regel, wenn die Behandlung abgesetzt wird.
- In seltenen Fällen kann eine allergische Reaktion auftreten. Dies kann zu Hautausschlägen, starkem Juckreiz, Abschälen der Haut, Schwellungen im Gesicht (insbesondere um die Lippen und Augen), Engegefühl im Hals und Atem-, sowie Schluckbeschwerden, Fieber, Dehydrierung, Schock und Ohnmacht führen.
- Dies sind alles sehr schwerwiegende Nebenwirkungen. Informieren Sie Ihren Arzt sofort, wenn Sie eine dieser Nebenwirkungen bemerken. Sie benötigen möglicherweise dringend medizinische Hilfe.
- Andere Nebenwirkungen:
- Sehr häufig: (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)
- Sehstörungen (Erweiterung der Pupillen, Schwierigkeiten beim Fokussieren, verschwommenes Sehen, Lichtunverträglichkeit)
- verminderte Bronchialsekretion
- Mundtrockenheit (Schwierigkeiten beim Schlucken und Sprechen, Durstgefühl)
- Verstopfung und Sodbrennen (Reflux)
- verminderte Magensäuresekretion
- Geschmacksverlust
- Übelkeit
- Erbrechen
- aufgeblähtes Gefühl
- fehlendes Schwitzen
- Hauttrockenheit
- Nesselsucht
- Hautausschlag.
- Häufig: (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)
- Erregungszustände (insbesondere bei höherer Dosierung)
- Koordinationsverlust (insbesondere bei höherer Dosierung)
- Verwirrtheit (insbesondere bei höherer Dosierung)
- Halluzinationen (insbesondere bei höherer Dosierung)
- überhitzter Körper (Hyperthermie)
- bestimmte Herzerkrankungen (schneller Herzschlag, unregelmäßiger Herzschlag, vorübergehende weitere Verlangsamung des Herzschlags)
- Erröten
- Schwierigkeiten beim Wasserlassen
- Sprachstörungen (Probleme bei der Erzeugung oder Bildung von Sprachlauten, die für die Kommunikation mit anderen erforderlich sind).
- Gelegentlich: (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)
- psychotische Reaktionen.
- Selten: (kann bis zu 1 von 1000 Behandelten betreffen)
- allergische Reaktionen
- Anfälle (Krampfanfälle)
- Schläfrigkeit.
- Sehr selten: (kann bis zu 1 von 10000 Behandelten betreffen)
- schwere Überempfindlichkeitsreaktion
- unregelmäßiger Herzschlag, einschließlich Kammerflimmern
- Brustschmerzen
- Blutdruckanstieg
- Schmerzen oder Beschwerden in der Brust aufgrund einer koronaren Herzerkrankung (Angina pectoris Symptome)
- plötzlicher, starker Anstieg des Blutdrucks (hypertensive Krise)
- schmerzhafte Schwellung der Ohrspeicheldrüse (Parotitis).
- Nicht bekannt: (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
- Kopfschmerzen
- Unruhe
- unsicherer Gang und Gleichgewichtsstörungen
- Schlaflosigkeit
- Delirium (verwirrtes Denken und fehlende Wahrnehmung der Umgebung)
- Koma
- Muskelschwäche
- bei Patienten mit Down-Syndrom können auch bei niedrigen Dosen starke Pupillenerweiterung (Mydriasis) und starke Tachykardie (schneller Herzschlag) auftreten.
- Sehr häufig: (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)
- Zusätzliche Nebenwirkungen bei Kindern
- Säuglinge, Kinder, sowie Kinder mit spastischen Lähmungen (ein Zustand, bei dem die Muskeln steif und angespannt sind, was zu Bewegungsschwierigkeiten führen kann), oder Hirnschäden können anfälliger für antimuskarinische Wirkungen (blockieren die Wirkung von Acetylcholin in Muskeln und Drüsen) sein, wie z. B. Mundtrockenheit, verschwommenes Sehen, Verstopfung, erhöhte Herzfrequenz, Verwirrung etc.
- Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht angegeben sind.
- Ihr Arzt wird die für Sie richtige Dosierung festlegen und entscheiden, wie und wann die Injektion verabreicht wird.
- In der Gebrauchsinformation finden Sie Informationen für medizinisches Fachpersonal.
- Wenn eine größere Menge bei Ihnen angewendet wurde, als empfohlen
- Diese Injektion wird Ihnen von einem Arzt oder dem medizinischen Fachpersonal verabreicht. Es ist unwahrscheinlich, dass Ihnen zu viel Atropin verabreicht wird. Wenn Sie glauben, dass Sie zu viel Atropin erhalten haben, das Gefühl haben, dass Ihr Herz sehr schnell schlägt, wenn Sie schnell atmen, hohes Fieber haben, sich unruhig oder verwirrt fühlen, wenn Sie Halluzinationen haben oder wenn Sie Ihre Koordinationsfähigkeit verlieren, teilen Sie dies dem Personal, welches Ihnen die Injektion verabreicht, mit.
- Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
- Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein, oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker um Rat bevor dieses Arzneimittel angewendet wird.
- Schwangerschaft
- Begrenzte Daten über die Anwendung von Atropin bei schwangeren Frauen weisen auf keine Nebenwirkungen auf die Schwangerschaft oder die Gesundheit des Fötus hin. Atropin passiert die Plazenta. Eine intravenöse Verabreichung (in die Vene) von Atropin während der Schwangerschaft oder des Entbindungstermins kann eine schnellere Herzfrequenz beim Fötus sowie der Mutter verursachen. Dieses Arzneimittel ist nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko der Behandlung während der Schwangerschaft anzuwenden.
- Stillzeit
- Geringe Mengen von Atropin können in die Muttermilch übergehen und Auswirkungen auf den Säugling haben. Atropin kann die Muttermilchproduktion stoppen. Ihr Arzt wird den Nutzen des Stillens gegen den der Behandlung abwägen. Wenn Ihr Arzt entscheidet, die Behandlung fortzusetzen, stellen Sie das Stillen ein. Wenn während der Behandlung jedoch beschlossen wird, das Stillen fortzusetzen, wird Ihr Arzt zusätzliche Untersuchungen des Babys durchführen.
- Dieses Arzneimittel wird Ihnen von Ihrem Arzt oder dem medizinischen Fachpersonal verabreicht.
- Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden,
- wenn Sie allergisch gegen Atropin und andere Anticholinergika, oder einen der in sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind
- wenn Sie einen erhöhten Augeninnendruck (Glaukom) haben
- bei durch eine Schwangerschaft bedingten Krankheitszuständen (Schwangerschaftstoxikose)
- bei Tachykardie (schnellem Herzschlag) aufgrund einer Herzinsuffizienz und Thyreotoxikose (erhöhtem Schilddrüsenhormon im Körper)
- bei tachykarden Herzrhythmusstörungen (unregelmäßiger Herzschlag)
- bei Verengung der Herzkranzgefäße (Koronarstenose)
- wenn Sie an einer Achalasie der Speiseröhre (Schluckbeschwerden) leiden
- bei mechanischen Verschlüssen des Magen-Darm-Traktes
- bei paralytischem Darmverschluss
- bei Vorliegen von krankhaft erweiterten Dickdarmabschnitten (toxisches Megakolon)
- bei obstruktiven Harnwegserkrankungen mit Restharnbildung
- bei Muskelschwäche (Myasthenia gravis)
- bei akuter Schwellung der Lunge.
- In lebensbedrohlichen Notfällen gelten die oben aufgeführten Kontraindikationen nicht.
- Anwendung zusammen mit anderen Arzneimitteln
- Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden:
- trizyklische oder tetrazyklische Antidepressiva (zur Behandlung von Depressionen),
- bestimmte Antihistaminika (gegen Allergien),
- Phenothiazine, Butyrophenone, Clozapin oder andere Neuroleptika (zur Behandlung psychischer Erkrankungen),
- krampflösende Arzneimittel (bei Reizdarmsyndrom),
- Pethidin (ein opioides Schmerzmittel),
- Methylphenidat (zur Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)),
- Arzneimittel gegen Parkinson, mit Ausnahme von Dopamin-Rezeptor-Agonisten,
- Antiarrhythmika wie Chinidin, Procainamid oder Disopyramid (zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen),
- Dopaminantagonisten wie Metoclopramid (zur Behandlung und Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen),
- Cisaprid (zur Behandlung von nächtlichem Sodbrennen),
- Digoxin (zur Behandlung von Herzinsuffizienz und Herzrhythmusstörungen),
- Nitrofurantoin (Antibiotikum zur Behandlung bakterieller Infektionen).
- Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden:
- Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
- Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie Atropinsulfat anwenden, wenn Sie eine der folgenden Erkrankungen oder Symptome haben:
- Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
- Prostataerkrankung
- Herzinsuffizienz
- Herzmuskelschwäche (kardiale Insuffizienz)
- Leber- oder Nierenerkrankung
- bestimmte Herzerkrankungen
- Mitralklappenstenose (Herzerkrankung)
- Erkrankungen des Magens, wie z. B. eine Verengung des Magenausgangs (Pylorusstenose)
- chronische Bronchitis
- hoher Blutdruck (Hypertonie)
- Fieber
- Myasthenia gravis (schwere Muskelschwäche)
- Sodbrennen (Reflux)
- Ältere Patienten (Erwachsene über 65 Jahre), sowie Patienten mit Down-Syndrom sind besonders empfindlich gegenüber toxischen Wirkungen von Atropinsulfat (dem Wirkstoff dieses Arzneimittels), weshalb die Dosierung sorgfältig berechnet werden muss.
- Kinder
- Kinder bis zum Alter von zwei Jahren sind besonders empfindlich gegenüber toxischen Wirkungen von Atropinsulfat. Daher muss die Dosierung in diesem Fall sorgfältig berechnet werden.
- Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie Atropinsulfat anwenden, wenn Sie eine der folgenden Erkrankungen oder Symptome haben:
- Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
- Dieses Arzneimittel kann Verwirrung oder verschwommenes Sehen verursachen. Nehmen Sie nicht aktiv am Straßenverkehr teil und bedienen Sie keine Maschinen, nachdem Sie eine Injektion erhalten haben.
Produktinformationen
1 Amp. = 1 ml Lsg.
| Atropinsulfat, wasserfrei | 0,5 mg |
|---|---|
| Atropin | 0,428 mg |
1 Amp. = 1 ml Lsg.
| Natriumchlorid | |
|---|---|
| Natrium-Ion | 0,16 mmol |
| Schwefelsäure zur pH-Wert-Einstellung | |
| Wasser für Injektionszwecke | |
| Stickstoff |











