Hilfe bei Verstopfung
Verstopfung (Obstipation) ist ein häufiges Problem, das sich durch seltenen (weniger als dreimal pro Woche), harten und/oder mühsamen Stuhlgang äußert. Auch das Gefühl einer unvollständigen Entleerung kann dazugehören. Die Ursachen sind vielfältig. Bevor Sie zu Abführmitteln greifen, sind oft schon Änderungen des Lebensstils hilfreich: Achten Sie auf eine ballaststoffreiche Ernährung, trinken Sie ausreichend Flüssigkeit und sorgen Sie für regelmäßige Bewegung. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, können Abführmittel (Laxanzien) kurzfristig helfen.
Welche Arten von Abführmitteln gibt es?
Abführmittel wirken auf unterschiedliche Weise:
Osmotisch wirksame Mittel (z.B. Macrogol, Lactulose): Diese binden Wasser im Darm. Dadurch wird der Stuhl weicher und sein Volumen nimmt zu, was die Darmentleerung erleichtert. Mittel mit Macrogol gelten oft als gut verträglich und können nach ärztlicher Rücksprache auch längerfristig eingesetzt werden. Sie liegen meist als Pulver zum Auflösen vor. Lactulose wirkt ähnlich, kann aber vermehrt zu Blähungen führen und ist oft als Sirup erhältlich.
Stimulierende Abführmittel (z.B. Bisacodyl, Natriumpicosulfat): Diese regen die Eigenbewegung des Darms direkt an und fördern den Transport des Stuhls. Sie wirken meist zuverlässig innerhalb weniger Stunden (Tropfen) oder über Nacht (Dragees/Tabletten). Tropfen haben den Vorteil, dass sie individuell dosiert werden können. Diese Mittel sollten ohne ärztlichen Rat nur kurzzeitig (wenige Tage) angewendet werden, da sonst eine Gewöhnung eintreten kann.
Quell- und Füllstoffe (z.B. Flohsamenschalen): Diese pflanzlichen Stoffe quellen im Darm mit Wasser auf, erhöhen so das Stuhlvolumen und regen auf natürliche Weise die Darmtätigkeit an. Wichtig ist hierbei, sehr viel zusätzlich zu trinken, da sie sonst den gegenteiligen Effekt haben können.
Mittel zur rektalen Anwendung (Klysmen, Zäpfchen): Diese werden direkt in den Enddarm eingeführt und wirken dort sehr schnell (oft innerhalb von Minuten), indem sie den Stuhl aufweichen oder einen Entleerungsreiz auslösen. Sie eignen sich vor allem bei akuten Problemen mit der Stuhlentleerung.
Wichtige Anwendungshinweise:
Halten Sie sich immer an die empfohlene Dosierung und Anwendungsdauer des jeweiligen Präparats. Eine dauerhafte Einnahme von Abführmitteln sollte nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin erfolgen.
Wann zum Arzt?
Suchen Sie ärztlichen Rat, wenn:
Die Verstopfung plötzlich auftritt und/oder mit starken Bauchschmerzen, Blähungen, Übelkeit oder Fieber einhergeht.
Blut im Stuhl bemerkt wird.
Ein unerklärlicher Wechsel zwischen Verstopfung und Durchfall besteht.
Die Verstopfung trotz Anwendung von Abführmitteln und Lebensstiländerungen länger als 1-2 Wochen anhält.
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